Persönliche Daten aus dem Internet löschen
Erst finden, dann löschen. Ein Drittel der Menschen entdeckt beim Selbst-Googeln Informationen, die ohne ihre Zustimmung veröffentlicht wurden. So wirst du sie wieder los.
Ein altes Profil, das du vergessen hast. Ein peinliches Foto, das jemand markiert hat. Ein Forenkommentar von vor zehn Jahren, der nicht mehr zu dir passt. Oder Schlimmeres: Informationen, die jemand ohne deine Zustimmung veröffentlicht hat. Die gute Nachricht — vieles davon lässt sich entfernen. Man muss nur wissen, wie.

Schritt eins: finden, was weg soll
Bevor du löschen kannst, musst du wissen, was existiert. Das klingt banal, ist aber der Schritt, den die meisten überspringen — und deshalb übersehen sie die Hälfte. Ein vollständiger Überblick über deine Fundstellen ist die Grundlage. Google deinen Namen gründlich, prüfe die Bildersuche, durchsuche soziale Netzwerke und Verzeichnisse. Oder lass Otto das offene Netz systematisch nach deinem Namen durchsuchen und dir bündeln, was auffindbar ist — so übersiehst du nichts.

Schritt zwei: die Wege zur Löschung
Beim Betreiber der Seite anfragen
Der direkteste Weg: Wende dich an den Betreiber der Website oder Plattform, auf der der Inhalt steht, und bitte um Löschung. Bei eigenen alten Profilen kannst du sie selbst schließen. Bei fremden Seiten hilft eine sachliche, bestimmte Anfrage — nach der DSGVO hast du ein Recht auf Löschung deiner personenbezogenen Daten.
Das Recht auf Vergessenwerden bei Google
Suchmaschinen müssen auf Antrag Links zu Inhalten aus den Ergebnissen entfernen, wenn diese veraltet, irrelevant oder rechtswidrig sind. Der Inhalt bleibt zwar auf der Ursprungsseite, verschwindet aber aus den Suchergebnissen zu deinem Namen — und damit aus dem Blickfeld der meisten. Google stellt dafür ein eigenes Antragsformular bereit.
Fotos gezielt entfernen lassen
Für Bilder, die dich zeigen, gibt es eigene Meldewege. Plattformen wie Instagram und Facebook bieten Formulare, um Fotos zu melden, die ohne deine Zustimmung geteilt wurden. Auch Google kann Bilder aus der Suche entfernen.

Was sich nicht so leicht löschen lässt
Ehrlichkeit gehört dazu: Nicht alles verschwindet auf Knopfdruck. Presseartikel von öffentlichem Interesse, Einträge in amtlichen Registern oder Inhalte auf Servern im Ausland sind hartnäckig. Was nicht löschbar ist, lässt sich oft verdrängen — indem du gezielt positive, professionelle Inhalte aufbaust, die in den Suchergebnissen nach oben rücken und Unerwünschtes nach unten drücken.

Dranbleiben lohnt sich
Daten aus dem Netz zu entfernen ist selten eine einzige Aktion, sondern ein Prozess. Manches geht sofort, anderes braucht Geduld und Nachhaken. Aber jeder entfernte Treffer verkleinert deinen digitalen Fußabdruck und damit die Angriffsfläche. Beginne mit dem Überblick — sieh, was da ist, und arbeite dich Treffer für Treffer vor.
Der DSGVO-Löschantrag Schritt für Schritt
Die Datenschutz-Grundverordnung gibt dir ein durchsetzbares Recht auf Löschung deiner personenbezogenen Daten. So gehst du vor:
- Identifiziere den Verantwortlichen. Das ist der Betreiber der Website oder des Dienstes, auf dem deine Daten stehen. Das Impressum nennt ihn.
- Formuliere die Anfrage klar. Verweise auf dein Recht auf Löschung nach Artikel 17 DSGVO, benenne konkret die Daten und die URL, und setze eine angemessene Frist.
- Bleib sachlich und bestimmt. Keine Drohungen, aber auch keine Bitte — es ist dein Recht, nicht eine Gefälligkeit.
- Dokumentiere alles. Bewahre die Anfrage und die Antwort auf. Reagiert der Verantwortliche nicht, kannst du dich an die zuständige Datenschutzbehörde wenden.
Der Verantwortliche muss ohne unangemessene Verzögerung reagieren. Kommt er dem nicht nach, ist die Beschwerde bei der Datenschutzbehörde der nächste Hebel.
Foren, alte Konten und vergessene Profile
Ein großer Teil unangenehmer Funde stammt aus Konten, die man selbst angelegt und vergessen hat. Die gute Nachricht: Diese kannst du meist direkt selbst löschen. Logge dich ein — oder nutze die Passwort-vergessen-Funktion mit einer alten E-Mail-Adresse — und lösche das Konto in den Einstellungen. Wo keine Selbstlöschung möglich ist, hilft eine Nachricht an den Administrator.
Suche gezielt nach alten Benutzernamen und Nicknames, um solche Konten aufzuspüren. Jedes gelöschte Altkonto entfernt eine Fährte in deine Vergangenheit.
Sich aus Personensuchmaschinen austragen
Personensuchmaschinen zeigen oft Adressen, Alter und Verbindungen — und sind eine der häufigsten Quellen für unerwünschte Auffindbarkeit. Die meisten dieser Dienste bieten eine Möglichkeit, den eigenen Eintrag entfernen oder verbergen zu lassen, häufig über ein Widerspruchs- oder Opt-out-Formular. Der Vorgang ist mühsam, weil es viele solcher Dienste gibt, aber wirksam: Jeder entfernte Eintrag verkleinert deine öffentliche Angriffsfläche spürbar.
Verdrängen statt löschen — wenn Entfernen nicht geht
Manche Inhalte lassen sich nicht löschen — etwa Presseartikel von öffentlichem Interesse oder Einträge in amtlichen Registern. Hier ist die Strategie eine andere: Verdrängung. Indem du gezielt positive, professionelle Inhalte über dich aufbaust — ein gepflegtes berufliches Profil, eigene Beiträge, seriöse Nennungen — besetzt du die vorderen Suchtreffer selbst und drückst Unerwünschtes auf hintere Seiten. Da die meisten Menschen nie über die erste Ergebnisseite hinausschauen, ist ein verdrängter Treffer in der Praxis fast so gut wie ein gelöschter. Der erste Schritt bleibt derselbe: den vollständigen Überblick haben, bevor du handelst.
Sieh selbst, was Otto über dich findet
Gib deinen Namen ein — Otto durchsucht das offene Netz und zeigt dir in Sekunden deine Spuren. Erste Vorschau gratis.
Meinen Namen prüfenHäufige Fragen
Wende dich an den Seitenbetreiber, nutze das Recht auf Vergessenwerden bei Google und melde Fotos über die Formulare der Plattformen. Der erste Schritt ist immer, vollständig zu wissen, was existiert.
Suchmaschinen müssen auf Antrag Links zu veralteten, irrelevanten oder rechtswidrigen Inhalten aus den Ergebnissen zu deinem Namen entfernen. Google stellt dafür ein Antragsformular bereit.
Nein. Presseartikel von öffentlichem Interesse oder amtliche Register sind hartnäckig. Was nicht löschbar ist, lässt sich aber oft verdrängen, indem man positive Inhalte aufbaut, die Unerwünschtes nach unten drücken.
Ein vollständiger Überblick ist die Grundlage. Otto durchsucht das offene Netz systematisch nach deinem Namen und bündelt die Fundstellen, damit du beim Löschen nichts übersiehst.